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Tragen Cowboys Westernreitstiefel oder Westernreiter Cowboystiefel?

 

lucchese-westernstiefelDie Antwort ist Ja und Nein. Die typischen Cowboystiefel zeichnen sich durch schräge Absätze und spitze Leisten aus. Diese typischen Merkmale werden gerade von modebewussten Trendsettern, die Cowboystiefel als modisches Accessoire tragen, sehr geschätzt. Inzwischen werden Cowboyboots in allen möglichen Farben und Verarbeitungsarten, teils auch mit exotischen Lederarten angeboten. Ein solcher Stiefel ist ein sehr ausgefallenes und modisch geprägtes Kleidungsstück und hat nur noch wenig gemein mit den Stiefeln der Cowboys, die vor allem strapazierfähig und funktionell sein mussten.

Geschichte der Cowboyboots

Die ursprünglichen Cowboystiefel wurden erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Kanada von der deutschen Auswandererfamilie Hyer erfunden. Die Cowboys brauchten Stiefel, die geeignet waren, lange Strecken zu Pferde zurückzulegen. Der Schuhmacher Hyer hatte nun die Idee, die Stiefelspitze nicht mehr klobig gerundet, sondern spitz zu gestalten. Dies erleichterte den Einstieg in den Steigbügel. Der Absatz wurde hochgezogen, damit der Stiefel festen Halt im Steigbügel fand. Gleichzeitig verhinderte der hochgezogene Absatz aber auch, dass der Fuß komplett durch den Steigbügel rutschte, ein unter Umständen lebensrettendes Detail, wenn das Pferd den Cowboy abwarf. Denn so wurde verhindert, dass der Fuß im Steigbügel hängen blieb und der Reiter noch am Boden mitgeschleift werden konnte. Der hohe Absatz als typisches Merkmal und modisches Detail der Cowboystiefel war also ursprünglich ein Sicherheitsmerkmal und hat so manchen Cowboy vor schlimmen Sturzfolgen bewahrt.

Cowboystiefel als Arbeitsstiefel

In den USA werden Cowboystiefel nach wie vor zu allen Gelegenheiten und vor allem als Arbeitsschuhe getragen. In Texas gibt es auch heute noch große Viehbestände die tagtäglich von Cowboys gepflegt und versorgt werden. Und auch zu gesellschaftlichen Anlässen ist der Cowboystiefel ein geschätztes und allgemein akzeptiertes Kleidungsstück. In Europa wurden die Cowboyboots in den 70er Jahren sehr populär, doch hat dieser Trend inzwischen ein wenig nachgelassen. Gruppierungen, die sich mit den Traditionen des Wilden Westens beschäftigen, wie Squaredancer oder Westernreiter, bevorzugen Westernreitstiefel. Ein Westernreitstiefel sollte bequem sitzen und den Fuß beim Reiten optimal stützen.

Funktionalität, Strapazierfähigkeit und Bequemlichkeit

Da die Stiefel auch bei der Arbeit im Stall und auf der Weide getragen werden, haben viele Westernreitstiefel eine spezielle Schutzkappe, die den Fuß vor Verletzungen schützt, falls man einen versehentlichen Huftritt abbekommt. Die modernen Stiefel für Westernreiter ähneln im Schnitt und in der Verarbeitung den Cowboystiefeln, haben aber nicht mehr die extremen Merkmale, die spitze Form und den hochgezogenen Absatz, sondern einen moderaten Schnitt. Die Laufsohle und der Absatz sind meist aus profiliertem, rutschhemmendem Kunststoff, um den Laufkomfort zu erhöhen. Hier wird vor allem Wert gelegt auf Funktionalität, Strapazierfähigkeit und Bequemlichkeit bei der Ausübung des Sports. Die Westernreiterei führt zwar die traditionelle Reitweise der Cowboys fort, doch sind heute die Anforderungen von Sport- und Freizeitreitern an ihr Schuhwerk andere als damals.