Unterschied zwischen Westernhilfen und englischen Reithilfen
Beim Reiten unterscheidet man zwei Reitstile, das englischen Reiten und das Westernreiten. Beide unterscheiden sich dadurch, dass beim englischen Reiten ein ständiger Kontakt zum Reitmaul besteht, das Pferd ständig getrieben wird und die Art und Weise ausschlaggebend ist. Das Westernreiten hat sich aus der Arbeitsreitweise entwickelt und die Praktikabilität steht im Vordergrund.
So werden bei beiden Reiterstilen Reithilfen angewandt, um auf das Pferd einzuwirken. Unterscheiden kann man zwischen Gewichts-, Schenkel-, und Zügelhilfen, dabei sind die Hilfen keine Kommandos, sonder als Einwirkungen zu verstehen, die die Haltung und den Bewegungsablauf des Pferdes beeinflussen. Ein sicherer und unverkrampfter Sitz des Reiters ist Vorraussetzung, dass eine korrekte Hilfegebung erfolgen kann. Je höher die Ausbildung von Reiter und Pferd sind , desto feiner und unauffälliger können die Hilfen erfolgen.
Zusätzliche Hilfsmittel können Gerte und Sporen oder die menschliche Stimme sein.
Unter Gewichtshilfen versteht man, dass durch die Verlagerung des Gewichtes dem Pferd signalisiert wird, mit welchem Verhalten es reagieren soll. Korrekte Ausgangsposition im Sattel ist, wenn der Reiter beide Becken- und Schambeinknochen gleich stark spürt. So kann ein Abkippen der Becken nach vorne, hinten, links oder rechts sowie das Anspannen der Rücken- und / oder Bauchmuskel eine Richtungsänderung oder Tempoänderung bewirken, wird aber je nach Reitweise immer anders verlagert. Ein gut trainiertes Westernpferd tritt immer unter das Gewicht des Reiters und versucht das Gleichgewicht zu finden. Als weichende Hilfe wird das Gewicht bzw. das Anspannen des Kreuzes beim englischen Reitstil verstanden, das bedeutet das Pferd weicht in die entgegengesetzte Richtung aus. Der schönste Vergleich kann man beim Rückwärtsrichten, den Back-up ziehen.
Als Schenkelhilfen ist die Einflussnahme der Reiters über den Unterschenkel zu verstehen, und wirk je nach Lage vor, am oder hinter dem Sattelgurt auf die Vorder- und Hinterbeine des Pferdes. Hier kann unterscheiden zwischen vorwärts treibenden, seitwärts treibenden und verwahrenden Schenkelhilfen. Beim Westernreiten wird das ganze so minimiert das der Reiter nur noch impulsartig seine Hilfen geben muss.
Mit Hilfe eines Gebisses wird eine Einflussnahme im Zusammenspiel mit den Schenkel- und Gewichtshilfen auf das Pferdemauls realisiert und als Zügelhilfe bezeichnet. Dabei sollte beachtet werden, dass ein Zügel nie gezogen wird, ganz gleich in welche Richtung, sondern nur ein Druck aufgebaut und gehalten wird, bis das Pferd die gewünschte Reaktion zeigt.
Komm eine Gerte oder Peitsche zum Einsatz, kann man zwischen Dressur-, Spring-, Touchier- oder Longierpeitschen unterscheiden und bezeichnet das ganze als Gerte- und Peitschenhilfen. Die letzte Hilfe ist die Stimmhilfe, wobei das Pferd auf Kommandos hört.